NDR 26.9.2016: Stördorf: Mehrheit gegen Windkraft-Ausbau

Mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit haben die Stördorfer (Kreis Steinburg) gestern gegen einen Bürgerwindpark mit mindestens zwölf neuen Windrädern gestimmt. Sie befürchten vor allem eine Zunahme des Lärms und eine Zerstörung des Orts- und Landschaftsbildes. Der Mindestabstand der Anlagen von den Häusern soll 400 Meter betragen – aus Sicht der Gegner viel zu wenig. Bindend ist ihr Votum aber nicht. Dem Bürgerentscheid steht die Landesplanung entgegen. Laut Oberverwaltungsgericht hat das Planungsrecht höheren Rang als der Beschluss einer Kommune. | 26.09.2016 07:51

Hören Sie, was die Landtagsparteien dazu sagen:

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SWR 1.8.16 Unionsfraktionsvize Fuchs: Windkraftlobby setzt wirtschaftliche Interessen brutal durch ARD-Feature „Der Kampf um die Windräder“ zeigt, wie EEG-Novelle abgeschwächt wurde 1.8., 21:45 Uhr im Ersten

Mainz. Die Windkraft-Lobby hat sich beim Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nach Recherchen für das ARD-Feature „Exclusiv im Ersten: Der Kampf um die Windräder“ (01.08.2016, 21:45 Uhr, Das Erste) in mehreren Punkten im Gesetzgebungsverfahren durchsetzen können und einen stärkeren Ausbau von Windkraft an Land erreicht als ursprünglich von der Bundesregierung geplant. Das berichten die Autoren des Features unter Berufung auf vertrauliche Papiere aus dem Gesetzgebungsverfahren. Dabei handelt es sich um Beschlussvorschläge des Bundes sowie Vorlagen zu Sitzungen der Chefs der Staats- und Senatskanzleien. Sie legen nahe, dass vor allem die Bundesländer der Windlobby geholfen haben, wirtschaftliche Interessen durchzusetzen.

Pressemitteilung der PIRATEN 6.7.17: Windkraftausbau: Land arbeitet weiter gegen die Bevölkerung

SPD, Grüne und SSW haben heute den Gesetzentwurf der PIRATEN zum Schutz der Akzeptanz der Windenergienutzung abgelehnt, der ein Widerspruchsrecht der Gemeinden gegen Windkraftanlagen einführen sollte. Außerdem hat die Koalition eine Anhörung zu Abstands- und Windeignungsflächen, entgegen der Empfehlung des Innen- und Rechtsausschusses, abgelehnt.

wallstreet online 23.05.16: EEG 2016 Überhitzter Bau von Windrädern – Windkraft-Förderung soll drastisch sinken

Am 1. April 2000 trat es in Kraft, das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Ziel ist der Ausbau erneuerbarer Energien, unter anderem durch die bevorzugte Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energie ins Stromnetz und die garantierte Einspeisevergütung für die Stromproduzenten. Einmal mehr soll nun eine Renovierung des EEG anstehen. So will es zumindest Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). Doch seine Pläne stoßen bei den Bundesländern in weiten Teilen auf Ablehnung, vor allem die geplanten Einschnitte bei der Windkraft-Förderung an Land.

Nach dem Entwurf des Bundeswirtschaftsministeriums – genannt „EEG 2016“ – soll die Einspeisevergütung für Strom aus Windkraftanlagen an Land bereits zum 1. Januar 2017 drastisch um 7,5 Prozent gekürzt werden. Begründet wird dieser Schritt mit dem überhitzten Bau neuer Windkraftanlagen in den vergangenen Jahren. Plan sei, die Energieproduktion wieder in den „Zielkorridor“ von rund 2500 Megawatt pro Jahr zurück zu führen, schreibt die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf das Wirtschaftsministerium.

Dithmarscher Zeitung 29.04.2016: Demo gegen Windkraft auf dem Heider Marktplatz

Heide (dh) Mehrere Hundert Menschen sind am Freitagnachmittag zu einer Demonstration auf den Heider Marktplatz gekommen: Sie protestieren gegen den weiteren Bau von Windkraftanlagen in Dithmarschen. Von den landesweit 3604 Windenergieanlagen stünden schon jetzt fast 1000 im vergleichsweise kleinen Dithmarschen. Trotzdem plane die Landesregierung den weiteren Ausbau. Mehrere Bürgerinitiativen haben zu der Kundgebung aufgerufen. Gut möglich, dass die Resonanz bei besserem Wetter – es regnete in Strömen – größer gewesen wäre. Mehr dazu in unserer Sonnabend-Ausgabe.

Empfehlenswerte Neuerscheinung: Juli Zeh: Unterleuten – ein idyllisches Dorf, doch als eine Investmentfirma einen Windpark in unmittelbarer Nähe der Ortschaft errichten will, brechen Streitigkeiten wieder auf, die lange Zeit unterdrückt wurden…

Manchmal kann die Idylle auch die Hölle sein. Wie das Dorf „Unterleuten“ irgendwo in Brandenburg. Wer nur einen flüchtigen Blick auf das Dorf wirft, ist bezaubert von den altertümlichen Namen der Nachbargemeinden, von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von der unberührten Natur mit den seltenen Vogelarten, von den kleinen Häusern, die sich Stadtflüchtlinge aus Berlin gerne kaufen, um sich den Traum von einem unschuldigen und unverdorbenen Leben außerhalb der Hauptstadthektik zu erfüllen. Doch als eine Investmentfirma einen Windpark in unmittelbarer Nähe der Ortschaft errichten will, brechen Streitigkeiten wieder auf, die lange Zeit unterdrückt wurden. unterleuten

taz 25.2.16 (mit Kommentaren von J.B.: taz erstmals unter BILD-Niveau!!! ) : Verfassungsklage gegen Windkraft – Eine Welle (??? J.B.) gegen die Energiewende

Energiewende-Gegner ziehen vors Verfassungsgericht. Sie argumentieren mit Infraschall, den Windräder verursachen sollen.

Als ehemaliger früher taz-Abonnent kommentiere ich diesen tendenziösen „Bericht“ einer Zeitung, die aus der Gesellschaftskritik heraus entstand und heute in ihrer schlichten Polemik die BILD schlägt. Jürgen Bucksch

BERLIN taz | Es ist ein Gerücht  (Ein Gerücht ist „eine unverbürgte Nachricht, die stets von allgemeinem bzw. öffentlichem Interesse ist, sich diffus und zumeist mündlich verbreitet und deren Inhalt mehr oder weniger starken Veränderungen unterliegt.“ Wikipedia) , das die Bürger überall beschäftigt, wo neue Windräder gebaut werden sollen: Infraschall. Diese von den Rotoren hervorgerufenen tiefen Frequenzen schädigen die Gesundheit der Anwohner, meinen viele Windkraftgegner. Einige von ihnen ziehen daher nun vor das Bundesverfassungsgericht.

Unterstützt werden sie dabei von den Juraprofessoren Rudolf Wendt und Michael Elicker aus Saarbrücken. Ihr Kritikpunkt: Die derzeitigen Regelwerke seien veraltet und ungenau. „Die Windkraftanlagen werden nach Normen genehmigt, die technisch und wissenschaftlich nicht auf dem Stand der Dinge sind“, sagte Wendt am Donnerstag in Berlin. Die Kläger fordern daher neue Normen und umfangreiche Untersuchungen – und hoffen, dass das Gericht bis dahin ein Moratorium für den Bau von Windkraftanlagen verhängt. Das würde die Energiewende in Deutschland weitgehend zum Erliegen bringen (Die Gleichsetzung von Strom- und Energiewende ist ebenso interessant wie die angedrohte Apokalypse, J.B.). (…)

Eine Studie des Umweltbundesamtes kommt aber zu dem Schluss, dass die gegenwärtigen Normen Defizite aufweisen. Sehr niedrige Frequenzen werden demnach gar nicht erst gemessen. „Es gibt sehr viele Unwägbarkeiten, daher muss man die Messmethoden noch verbessern“, sagt Detlef Krahé, Professor an der Universität Wuppertal und Herausgeber der Studie.

Genau darauf berufen sich die Gegner und hoffen, den Windkraftausbau so zu stoppen. Ein Urteil des Verwaltungsgerichts Regensburg aus dem Jahr 2011 könnte die Hoffnung jedoch dämpfen. Solange keine verlässlichen Erkenntnisse vorlägen, heißt es darin, sei der Staat nicht verpflichtet neue Grenzwerte zu erlassen. (…)

Die Leserkommentare dazu in taz-online sind ebenso interessant:

Leserkommentare

Rohloffbiker

Ich finde die Klage interessant. Da wird ein Abstand von 2 Kilometern zwischen Windkraftanlage und Wohnungen gefordert. Das ist fein (Rohloffbiker hat offenbar einen Satiriker verspeist). Dann kann Eon das Kohlekraftwerk Datteln 4 ja gleich einmotten..

KlausK

@Rohloffbiker Die 2 km hat Seehofer schon in Bayern durchgesetzt.
Aber nicht wg. Infraschall, eher wg. Optik…
Ob darunter auch die 4 Datteln fielen, entzieht sich meiner Ortskenntnis.

Jochen Rohwer

Reiner Obskurantismus (Bedeutung „dunkel, unbekannt, verdächtig, [von] zweifelhafter Herkunft“ Wikipedia) und wenn man die Sache zurückverfolgt (Komma) landet man meistens bei der interessierten Kohle- und Kernkraftindustrie (präzise argumentiert, hahaha).
Wären diese Leute (solln sie doch nach Brokdorf ziehen, diese Loide!!! hohoho) wirklich um die Gesundheit besorgt, würden sie was gegen Handymasten (und gegen Glyphosat im Bier bestimmt) etc machen (z.B. Sitzstreiks vor Bierhandlungen). Da sind die gesundheitlichen Bedenken eher berechtigt (Der Punkt fehlt, naja)

Bernhard Stoevesandt

Das Interessante an der Klage ist: Infraschall kommt nicht nur bei der Windkraft vor, sondern auch bei Autos, LKW, Flugzeugen, ja bei sehr vielen Industrieanlagen. Geht die Klage durch, dann düfrte dies erhebliche Auswirkungen auf sehr viel haben und recht unterhaltsam werden. (Und was wird erst mit dem Zirkus Krone ohne Löwengebrüll oder gar mit dem Intro aller Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) – Filme  ???? – Bitte nicht den Infraschall verbieten…)

Christian

@Bernhard Stoevesandt Und danach wird das Klima verklagt (genau, die spinnen total, diese Berufskritiker, die wollen nur uns Grünen die Aussicht auf Positionen als Staatssekretäre vermiesen), damit es nicht mehr durch seine durch die Medien angeheizte Erwärmung die große CO2-Lüge propagiert (sic, das ist mir intelektuell zu anspruchsvoll, Der Chor der grünen Gutmenschen ruft: LügenklimaLügenklimaLügenklimaLügenklimaLügenklimaLügenklima ).

Christian

„Eine aktuelle Studie der Landesumweltanstalt Baden-Württemberg kommt zu dem Ergebnis, dass der Infraschallpegel der Anlagen bei einem Abstand von 150 bis 300 Metern deutlich unter der menschlichen Wahrnehmungsschwelle liege.“

Der Infraschall von Windkraftanlagen liegt auch bei einem Abstand von 2 Metern (?????!!!!!)  deutlich unter der menschlichen Wahrnehmungsschwelle. Weil er nicht wahrgenommen werden kann (Ihr verwirrt mich: Wie etwas unter einer Wahrnehmungsschwelle liegen, was gar nichtwahrgenommen werden kann?! Ein Wunder! ! Ein Wunder! ! Ein Wunder! !)

EDL

@Christian Infraschall ist für den Menschen nicht hörbar aber durchaus wahrnehmbar (spürbar). https://de.wikipedia…iki/Infraschall

Christian

@EDL Mir wird immer noch nicht deutlich, was genau hier gemeint ist. Wenn man in 300m Entfernung den Schalldruck noch spüren kann, wäre das ziemlich scary. Wahrscheinlicher ist, dass hier einfach gemeint ist, dass Bereiche im Innenohr, die auf eine Frequenz reagieren, auch auf benachbarte Frequenzen reagieren, wenn auch exponentiell schwächer mit wachsendem Frequenzabstand. Von daher kann man natürlich auch Infraschall hören, wenn er nur laut genug ist. Von daher ja, ich habe mich etwas dumm gestellt in meinem initialen Kommentar, aber nur um deutlich zu machen, dass zum einen nicht klar wird, was hier gemeint ist und es zum anderen irrelevant ist in Bezug auf die Behauptungen der Spinner (genau – Kritiker sind doch Spinner!!!) … Tschuldigung, „Kritiker“. Die behaupten ja nicht, dass sie die Anlagen hören, sondern dass die Schwingungen irgendwas mit ihnen tun. Und dafür ist eine Aussage, bis wann man den per Definition nicht hörbaren Schall noch hören kann einfach nicht relevant. (??? Wenn nur das Komma fehlen würde, aber es fehlt die Logik.)

anamolie

@Christian Infraschall wird gar nicht mit dem Ohr aufgenommen(außerhalb des Frequenzbereichs), sondern über die Knochen in das Hörzentrum bzw andere Gehirnteile geleitet.

 

 

Leserbriefe in den Kieler Nachrichten zu den Planungen in Meimersdorf am 26.2.16

zum Beitrag auf unserer Facebook-Seite

Ein Beispiel für eine am Bürgerwillen orientierte Kommunalpolitik! Einen herzlichen Gruß an die Bürger von Meimersdorf und an die Kieler SPD! Die Kieler Grünen müssen bei der nächsten Wahl schmerzlich erfahren, dass ihre arrogante Politik gegen die Menschen und für die Sonderinteressen der Windindustrie durch die Bürger an der Wahlurne abgestraft wird. Noch ist es Zeit für die Parteien, sich vor den nächsten Wahlen klar für Mensch und Natur und gegen eine Zerstörung von einmaligen Landschaften im Interesse eines Geschäftsmodells von Landeigentümern und Investoren mit euphemistischen Bezeichnungen wie „Windpark“ oder „Energiewende“ zu entscheiden. siehe auch http://bfschmalensee.de/neues/dlf-25-2-16-verfassungsbeschwerde-hessens-windkraftgegner-machen-mobil

KN 2016 02 26 Leserbriefe

 

25.02.15 NDR: Verfassungsbeschwerde: Macht Windkraft krank?

„Windkraftanlagen senden Schallwellen aus, die Anwohner der direkten Umgebung krank machen können.“ So lautet die Aussage von Windkraft-Gegnern. Gesundheitliche Auswirkungen seien unter anderem Schwindel, Schlafstörungen und Nasenbluten. Auch einer Familie aus Schleswig-Holstein ging es so. Der Verein von Windkraft-Kritikern „Regionalverband Taunus – Windkraft mit Vernunft e.V.“ will deshalb Verfassungsbeschwerde einreichen.