26.09.15 Windkraftsymposium in Kiel mit geballter Fachkompetenz

(Bericht und Fotos von Frank Dreves und Jürgen Bucksch)

Das erste Windkraftsymposium im Wissenschaftszentrum in Kiel war sehr gut besucht. Vertreter der Landesregierung, der Ministerien und Behörden, Landtagsabgeordnete, Ärzte, Physiker, Chemiker, Rechtsanwälte sowie viele interessierte Bürger aus unterschiedlichen Bürgerinitiativen und Wählergemeinschaften waren angereist, um der Einladung von Gegenwind Schleswig-Holstein e.V. zu folgen.

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Schmalenseeer im Pausengespräch

Im Eingangsbereich hatten Mitstreiter aus den einzelnen Bürgerinitiativen mit Plakaten, Bildern und Mühlenmodellen auf das jeweilige Problem vor der eigenen Haustür aufmerksam gemacht. Auf dem ersten Foto sind die Schmalenseeer Plakate zu sehen.

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Dr. Susanne Kirchhoff eröffnete die Veranstaltung als Vorsitzende des Landesverbandes.

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Dr. Stiller, Herr Artinger und Frau Dr. Kirchhof

Als Redner folgte Herr Dr. Ziegler vom Bundesverband Vernunftkraft mit einem tollen Vortrag.

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Herr Dr. Ziegler, Bundesvorsitzender von Vernunftkraft

Sodann betrat Herr Prof. Fritz Vahrenholt vom Bundesvorstand der Deutschen Wildtierstiftung die Bühne. Der Prof. der Chemie und ehemalige Hamburger Umweltsenator brachte immer wieder auf den Punkt, welch irrsinniges Projekt die Bundes- sowie Landesregierung verfolgt und wie sehr der Naturschutz dabei mit Füßen getreten wird.

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Prof. Dr. Vahrenholt, Bundesvorstand der Deutschen Wildtierstiftung

Gerhard Artinger übernahm den Teil Schall. Er verfügt über ein profundes Fachwissen, so dass es  ihm gelang, dem „normalen“ Bürger begreiflich zu machen, dass es außer Frage steht, ob Infraschall gefährlich sein kann, sondern dass sich lediglich alles zu diesem Thema noch um eine völlig veraltete TA-Lärm dreht.

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Gerhard Artinger

Es folgte der Beitrag von Dr. Stiller (Ärzte für Immissionsschutz) aus Niedersachsen, der die medizinischen Aspekte des Thema auschaulich und aus eigener Betroffenheit schilderte.

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Aus dem Plenum wurden nun Fragen gesammelt, die durch Johannes Grützner, dem Leiter der Landesplanung im MELUR, und einem Vertreter des Bundesverbandes der Windenergie sowie Susanne Kirchhoff und den vier Rednern versucht wurden zu beantworten. Herr Grützner teilte dem staunenden und raunenden Plenum, dass das MELUR die Vorgaben des Helgoländer Papiers des Nabu bezogen auf die Abstände von Windkraftanlagen und Rotmilanhorsten umgesetzt habe. Richtig ist jedoch, dass das Papier der Vogelschützer mindestens 1.500 Meter Abstand fordert, in Schleswig-Holstein gelten dagegen 1.000 Meter:

zum youtube-Video mit Herr Grützner zur Rotmilanfrage über diesen Link oder über das Foto von Herrn Grützner!

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Herr Johannes Grützner, MELUR

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Als Moderator sorgte Bernd Hermann vom ZDF dafür, dass der rote Faden eingehalten wurde.

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Bernd Hermann vom ZDF als Moderator

Landtagsabgeordnete und Zuhörer nahmen aus der bis 14.30 Uhr dauernden Veranstaltung mit, dass die derzeit in Schleswig-Holstein geltenden Abstandsregelungen zwischen Windkraftanlagen und Wohnbebauung sowie Horsten von schützenswerten Greifvögeln nicht den bundesweiten Standards entsprechen: Sie werden als zu gering angesehen. Zudem müssen vor einem weiteren Ausbau der Windkraft dessen gesundheitliche Risiken sorgfältig geprüft werden. Bei den nächsten Wahlen wird sich erweisen, wer den Menschen in den Mittelpunkt seiner Politik stellt. Daran werden wir die Parteien messen. Wir als Wählergemeinschaft erhielten beim Bürgerentscheid in Schmalensee 54 % der Stimmen der Bürgerinnen und Bürger für eine Stromwende mit Augenmaß. Die Parteien kommen an diesem Thema nicht vorbei!

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Frau Dr. Kirchhof im Gespräch mit dem Vertreter des Bundesverbandes der Windenergie.

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Ende des Windkraftsymposiums: Die Plakate werden abgebaut!