NDR 26.6.2018: Entsetzen über tote Rotmilane im Kreis Segeberg – Windkraftstreit als Hintergrund?

Vogelschützer haben in einem Wald bei Daldorf (Kreis Segeberg) mehrere tote Rotmilane gefunden. Bei einem Routine-Besuch der Horste entdeckte die Naturschutzgemeinschaft Blunkerbach bereits am vergangenen Mittwoch zwei tote Jungvögel, die im Gras vor einem Horst lagen. Ein drittes Tier starb auf dem Weg zum Tierhospital. Heute war die Polizei wieder vor Ort. Denn die Tierschützer haben erneut einen toten Rotmilan – dieses Mal ein ausgewachsenes Tier – im Wald gefunden.

Anzeichen von Vergiftung bei toten Vögeln

Die toten Jungvögel würden im Leibniz-Institut in Berlin toxikologisch untersucht, da Fachleute Anzeichen einer Vergiftung festgestellt hätten, so Mathias Krause von der Naturschutzgemeinschaft in einem Interview mit NDR 1 Welle Nord-Nachmittagsmoderator Pascal Hillgruber. In einem weiteren Horst in der Gegend seien außerdem Elterntiere samt Brut spurlos verschwunden. „Wir sind entsetzt und schockiert“, so Krause.

Windkraftstreit als Hintergrund?

Anwohner schließen nicht aus, dass es einen Zusammenhang mit geplanten Windkraftanlagen in der Region gibt. Da der Rotmilan zu den Vögeln gehört, die durch Windräder besonders gefährdet sind, gibt es in Deutschland eine Empfehlung, einen Schutzradius von mindestens eineinhalb Kilometern um den Horst einzuhalten. Die Polizei bestätigt den Verdacht nicht und sagt, man warte nun auf die Ergebnisse aus dem Leibniz-Institut.