Deutschlandfunk 9.12.16: Schleswig-Holstein Wie Windräder den Wahlkampf beeinflussen

Wo die Windkraft in Schleswig-Holstein künftig ausgebaut werden kann, wird eines der zentralen Themen im anstehenden Landtagswahlkampf sein. Geht es nach den Plänen der Landesregierung unter SPD-Chef Torsten Albig, dann ist Haltung der Bevölkerung vor Ort nur eines von mehreren Kriterien für den Bau von Windrädern.

Mit neuen Windkraftplänen politisch etwas zu gewinnen, ist schwer für einen Ministerpräsidenten. Etwas zu verlieren viel einfacher. Das dürfte auch Torsten Ablig bewusst sein. Kein Wunder also, dass der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, SPD, als er in dieser Woche vor die Landespresse trat, erst mal einen Bogen schlägt:

„Alle Welt schaut Richtung Deutschland – gelingt es den Deutschen, diesen Weg zu gehen, dann wird die Welt diesen Weg nachzeichnen – daran habe ich überhaupt keinen ernst zu nehmenden Zweifel!“

Nein, es geht nicht um die Flüchtlingspolitik. Es geht um die Energiewende. Schleswig-Holstein gilt als Musterland in Sachen erneuerbare Energien. Und Ministerpräsident Albig hat auch weiterhin Großes vor:

„Wir werden 2025 etwa 500 Anlagen mehr haben. Also, es kommen zu den 3.100 nach Schätzung meiner Fachleute 500 dazu.“

Zehn Gigawatt sollen diese Anlagen dann zusammen produzieren – genug, um die Bewohner von Schleswig-Holstein und Hamburg mit seinen zahlreichen Industriebetrieben zu versorgen.

Windkraft wird zentrales Wahlkampfthema in Schleswig-Holstein

Wie viel Platz darf die Windkraft in Schleswig-Holstein künftig haben – und wo im Land, zwischen den Meeren, wird ihr dieser Platz zugewiesen, darüber wird derzeit erbittert gestritten:

Die CDU hat schon klargestellt, dass diese Frage ein zentrales Wahlkampfthema werden wird. Sie will den Unmut in der Bevölkerung für sich nutzen: Am 7. Mai wählen die Schleswig-Holsteiner einen neuen Landtag.

Zudem stehen zwei Volksinitiativen in den Startlöchern, die zwei Ziele durchsetzen wollen: größere Mindestabstände zwischen Windrädern und Häusern. Und mehr Bürgerbeteiligung.