DRadio Kultur 1.2.15: Sein und Streit – Schraubst du noch oder denkst du schon?

Moderation: Thorsten Jantschek

Technik geht alle an! Ob Windkraft, Gentechnik oder Digitalisierung, nur wenn Menschen an Technikentwicklung teilhaben, können sie Technik auch mit verantworten, sagt der Philosoph Klaus Kornwachs.

Der klassische Konstruktionsfehler vieler technischer Innovationen ist die fehlende Kommunikation zwischen Technikentwicklern und Techniknutzern. Stuttgart 21 und die Kernkraftdebatte sind zwei Beispiele für technische Großprojekte, in denen sich deutlich gezeigt hat: wenn Technik einfach von oben bestimmt wird, führt das zu Unbehagen und Ablehnung und damit letztlich zu Verantwortungslosigkeit.

Im Gespräch mit Sein und Streit erklärt Klaus Kornwachs, warum in Technik und Naturwissenschaft eine offene ethische Reflexion über Sicherheit und Kosten notwendig ist und welche Rolle die Philosophie hier hat.

Immer noch weigert sich die BWS, den Mehrheitswillen der Einwohner Schmalensees aus dem Bürgerentscheid zu akzetieren. Sie versucht weiterhin Anlagenhöhen von über 100 Metern, nämlich von 150 und 193 Metern, im Gespräch zu behalten, z.B. im Zusammenhang mit der Beauftragung der Wirtschaftlichkeitsprüfung. 150 Meter hohe Anlagen waren VOR dem Bürgerentscheid der Wunsch des Betreibers, der Grundstückseigentümer und der BWS. Die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger von Schmalensee ist diesem Wunsch NICHT gefolgt. Entsprechend wurde der Aufstellungsbeschluss zur Windeignungsfläche 306 von Schmalensee ergänzt. Auch diese Priviligierung der Fläche ist seit dem 20.1.15 aufgehoben. Eine Klärung der Wirkung dieser Verwaltungsgerichtsentscheidung für die weiteren Planungen steht zudem noch aus. 193 Meter hohe Anlagen hat der Betreiber erst Ende November 2014 ins Gespräch gebracht: „Durch die reduzierte Energieausbeute drohe die Rendite des Projektes in einen Bereich zu sinken, der kaum noch profitabel ist. Die Option, sich auf 100 Meter hohe Anlagen zu beschränken, sei damit vom Tisch. Eher müsse man höher als 150 Meter bauen.“ zititiert die Segeberger Zeitung am 29.11.14 Torsten Levsen, den Vorstandsvorsitzenden der DenkerWulf-AG. Die BWS folgt den Aussagen von Herrn Levsen, sie gesteht ihre Schlappe beim Bürgerentscheid immer nocht nicht ein und sieht den Bürgerentscheid offenkundig auch nur als Option. Das Akzeptieren des Bürgerwillens ist jedoch nicht nur aus rechtsstaatlich-demokratischer Sicht zwingend, sondern ist vor allem aus ethischer Sicht alternativlos. Am Donnerstag, den 11. Dezember 2014, am Tag, an dem die Gemeindevertretung in Schmalensee tagte, stellte die DW-AG im benachbarten Damsdorf ihre Pläne vor „Information der Firma Denker & Wulf zur Errichtung von Windkraftanlagen von mehr als 150 Meter Höhe“. Dass gleichzeitig die Gemeindevertretung von Schmalensee beriet und nicht an der Veranstaltung in Damsdorf teilnehmen konnte, ist sicher kein Zufall. Dass die BWS die dort vorgetragene 193-Meter-Variante sofort ohne öffentliche Debatte als Option annimmt, empört die betroffenen Bürgerinnen und Bürger und die BfS zutiefst.

Im Sinne ihrer eigenen Zielsetzung beim Bürgerentscheid, größere Abstände im Bürgerinteresse zu konkretisieren, muss die BWS nun im Gespräch mit der BfS nach einem Kompromiss  in der Gemeindevertretung suchen und diesen vereinbaren. Das wäre ein erster guter Schritt hin zu Planungen im Sinne des Bürgerentscheides und im Sinne ALLER BÜRGERINNEN UND BÜRGER!

Die Basis aller Planungen in Schmalensee ist der Bürgerwille in seiner o.g. Ausgestaltung. Die Technik und die Ökonomie beantworten lediglich die Fragen, die aus dem Bürgerwillen entstehen und nicht umgekehrt! Und dieses Gespräch muss öffentlich in den Ausschüssen und in der Gemeindevertretung von Schmalensee geführt werden und nicht hinter verschlossenen Türen.

Für jede/n,  der /die immer noch nicht begriffen hat, dass fehlende Kommunikation mit dem Bürger der klassische Konstruktionsfehler der Planungen zur Windkraft in Schmalensee ist, ist der verlinkte Beitrag gedacht.