energate 14.9.17: Husum Wind 2017 Windindustrie vor unsicherer Zukunft

Husum (energate) – Auf der diesjährigen Fachmesse „Husum Wind 2017“ präsentiert sich die Windenergiebranche im Umbruch. Proteste gegen den Bau von Windrädern, Verzögerungen beim Netzausbau und das neue EEG 2017 hätten die Voraussetzungen für den Ausbau der Windkraft grundlegend verändert, betonte die Messe Husum & Congress GmbH zum Auftakt des Branchentreffs. Ausschreibungen und Ausbaudeckel sowie Probleme mit Bürgerenergieprojekten verunsichern die Hersteller, weil sie Verzögerungen in der Produktion befürchten.

Problemzonen im Norden und Westen

Hinzu kommen regionale Probleme wie das Repowering an Schleswig-Holsteins Westküste, das ohne neue Regionalpläne nicht durchgeführt werden kann. „Wir müssen 6.500 Einwendungen abarbeiten“, sagte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) bei der Messeeröffnung. Er rechne nicht damit, dass der Prozess wie geplant abgeschlossen werden kann und auch im Herbst 2018 noch keine Rechtssicherheit hergestellt sein wird. Allerdings stellte er in Aussicht, dass bis Ende des Jahres alle Stellungnahmen ausgewertet sind und die Landesregierung im Oktober „eine Perspektive aufzeigen“ kann.

Für zusätzliche Unsicherheit sorgt auch die neue Landesregierung in Nordrhein-Westfalen, in diesem Jahr Partnerland der Husum Wind. Die rund 90 Aussteller aus NRW sind vor allem als Zulieferer tätig, was die Regierung in Düsseldorf auch weiter unterstützen will, wie Christoph Dammermann ankündigte, Staatssekretär im NRW-Wirtschaftsministerium. Den geplanten Erlass zu Abstandsregeln für Windenergieanlagen verteidigte er. Dieser habe weniger mit Energiepolitik als mit Baurecht zu tun. Das werde von der Regierung auch nur interpretiert und nicht geändert.