LN 27.4.17: Bad Segeberg Windkraft durch die Hintertür? Flächen in Groß Rönnau sollen offenbar in den Regionalplan – Gemeinde nicht beteiligt.

Bad Segeberg. Es war am 6. Dezember, als das Land den neuen Entwurf des Regionalplans zum Thema Windenergie veröffentlich hat. Flächen, die zuvor als Windeignungsflächen gekennzeichnet waren, waren aus dem Plan verschwunden. Viele Gemeinden gingen davon aus, dass sich damit Windkraft auf ihrem Gebiet erledigt hätte. Das ist nicht der Fall, wie die Groß Rönnauer jetzt feststellen müssen. Sie sind von einer Planung hinter dem Rücken der Gemeinde eiskalt erwischt worden. Dass Groß Rönnau kein Einzelfall ist, glaubt nicht nur Kreisplaner Frank Hartmann.

„Ein solches Vorgehen ist nicht unüblich. Die Investoren hoffen, die Landesplaner davon überzeugen zu können, dass die Flächen, die sie sich ausgesucht haben, weniger Konfliktpotenzial bieten als andere. Die Möglichkeit, dass diese Flächen doch in den Regionalplan aufgenommen werden, ist durchaus gegeben“, sagt Hartmann. Die sogenannten Windvorrangflächen seien lediglich die Gebiete, die das Land als Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial herausgefiltert habe. Die Investoren hätten natürlich ein großes Interesse daran, dass ihre Flächen in der „Rangliste“ weiter nach oben steigen.

Gar kein Verständnis hat dafür Volker Matusch aus Groß Rönnau: „Dass das nicht unterbunden wird, wundert mich.“ Er sei entsetzt darüber, dass es bereits Treffen hinter verschlossenen Türen zwischen der Windprojektfirma Nadeva Wind GmbH aus Glücksburg und den Landeigentümern gegeben habe. Auf der 112 Hektar großen Fläche entlang der L 68 in Richtung Schlamersdorf (siehe Grafik) möchte das Unternehmen bis zu elf Anlagen mit einer Höhe von jeweils 180 Metern errichten. „Bei den Treffen waren auch drei Gemeindevertreter dabei, denen in dem Gebiet ebenfalls Land gehört. Das waren geheime Treffen. So etwas ist doch nicht in Ordnung“, sagt Matusch. Das sieht Bürgermeisterin Gesche Gilenski ähnlich: „Es ist mal wieder alles an der Gemeinde vorbei eingetütet worden.“…