OTS.at 21.09.15: Mogelpackung „atomstromfrei“

E-Control muss aktiv werden: Umweltbilanz unseres Stroms so schlecht wie noch nie

St. Pölten (OTS) – Der heute von der E-Control veröffentlichte Stromkennzeichnungsbericht zeigt deutlich, dass Österreich seinen Stromverbrauch noch immer mit bis zu 11 % Atomstrom deckt. „Die von der E-Control verkündete Atomstromfreiheit Österreichs ist ein Märchen“, bemerkt Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft und ergänzt: „Solange es keine Änderungen auf europäischer Ebene gibt, sind die Herkunftsnachweise eine Mogelpackung“.

Atomstrom unter dem Deckmantel der Wasserkraft

Die E-Control präsentierte heute den Stromkennzeichnungsbericht. Zwar gibt es seit heuer die vollständige Kennzeichnungspflicht des in Österreich verbrauchten Stromes. „Was beim schnellen Hinschauen sehr fortschrittlich erscheint, ist bei genauerer Betrachtung eine richtige Mogelpackung“, bemerkt Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft. Gemäß dem heute veröffentlichten Stromkennzeichnungsbericht der E-Control stammten im Jahr 2014 30,9 % der Stromkennzeichnungszertifikate aus dem Ausland. Laut E-Control handelt es sich hierbei zum Großteil um schwedische und norwegische Wasserkraftzertifikate. Die Stromzertifikate sind in der Europäischen Union getrennt vom Stromverkauf handelbar. Dadurch ist es auch möglich, saubere Wasserkraftzertifikate zu kaufen und auf dreckigen Atomstrom zu kleben und somit den Strom „grün zu waschen“. „Es steht zwar Wasserkraft drauf, drinnen kann aber Kohle- und Atomstrom stecken“, so Moidl und ergänzt: „So ist unser Nachbarland Tschechien im Bericht gar nicht zu finden, obwohl es jenes Land ist, aus dem wir am meisten Strom importieren.“