shz 9.3.17: Windkraft : Tasdorfer sind verunsichert

CDU wollte die Beratung zum F-Plan zurückstellen. Verwaltungsleiter warb um Vertrauen.

Neumünster | Die Entscheidung haben sich Tasdorfs Ortspolitiker nicht leicht gemacht: Vorgestern Abend ging es um die Teilfortschreibung des Tasdorfer Flächennutzungsplans „Windenergie“ und die Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 24, in dem eine mögliche Feinsteuerung zur Errichtung von Windkraftanlagen geregelt werden könnte. Es könnten Windkraftanlagen im Dreieck Tasdorf, Busdorf und Großharrie entstehen.

In der Diskussionsrunde musste der Leitende Verwaltungsbeamte aus dem Amt Bokhorst-Wankendorf, Ralf Bretthauer, zunächst einmal um Vertrauen in die Arbeit der Verwaltung bitten. Die Zustimmung zu den Plänen, erklärte Bretthauer, sei die einzige Möglichkeit, eventuelle Bauanträge zunächst zurückstellen und im Fall konkreter Bauinteressen die Feinsteuerung nicht aus der Hand zu geben. Außerdem seien außer einigen Arbeitsstunden keine nennenswerten Kosten mit den Änderungen verbunden.

Hintergrund von Bretthauers Appell war ein zuvor von der CDU gestellter Antrag auf Absetzung der beiden Tagesordnungspunkte gewesen. Wie Dietrich Laß (CDU) unter anderem erklärte, wolle die Fraktion zunächst die Regionalkonferenz abwarten. Mit einer Stimme mehr fiel der SPD-Beschluss, über die Punkte zu beraten und diese auch zu verabschieden. Was blieb, war Unsicherheit. 12 bis 13 mögliche Windkraftanlagen sind in Tasdorf im Gespräch. Ob es vielleicht bei einer Höhenbegrenzung durch das Boostedter Wetterradar von 100 Meter pro Anlage bleibt oder vielleicht 200 Meter hohe Windräder entstehen könnten, all das blieb offen. Außerdem sei es nicht nachvollziehbar, warum jetzt Windenergieflächen ausgewiesen werden, für deren Stromproduktion es nicht einmal Netzkapazitäten gebe, hieß es aus den Reihen der 25 Gäste.

Ohnehin sei die Flächenausweisung irgendwie merkwürdig, meinte Anwohner Wilfried Hansen. Vor vier Jahren gab es eine Eignungsfläche. Vor zwei Jahren war diese aus den Plänen gestrichen, und jetzt gibt es in Tasdorf auf einmal eine der größten Eignungsflächen im Kreis Plön. Das sei zumindest verwunderlich.