Klimaretter 21.06.16: Protest Fast 400 Bürger-Begehren zu Windkraft

In den letzten 20 Jahren hat es bundesweit fast 400 Bürgerbegehren zu Windkraftprojekten gegeben. Diese Anliegen haben an denjenigen Bürgerbegehren, die sich generell um Wirtschafts-Vorhaben drehten, einen Anteil von etwa 30 Prozent. Das teilte der Verein Mehr Demokratie jetzt auf Nachfrage von klimaretter.info mit.

(…) Als regionale Schwerpunkte zeichneten sich dabei die Bundesländer ab, die für heftige Auseinandersetzungen um die Windkraft bekannt sind, resümiert der Verein. An erster Stelle bei den Windkraft-Bürgerbegehren steht Schleswig-Holstein mit 148 Verfahren zwischen 1994 und 2015 (Hervorhebung von mir. J. B.), es folgen Bayern (91 Verfahren) und Hessen (46 Verfahren). Nur wenige Bürgerbegehren gibt es dagegen in den Bundesländern, die diese Beteiligungsform zur entsprechenden Bauleitplanung nicht zulassen. Das betreffe, so Mehr Demokratie, vor allem eigentlich bekannte „Wind-Länder“ wie Niedersachsen mit nur acht Verfahren, Mecklenburg-Vorpommern mit sechs sowie Brandenburg mit 16 Verfahren.

DIE WELT vom 21.06.2016 – Die absurden Auswüchse des Klimaschutzes

Greenpeace enthüllt in einer Studie, was das Weltklima-Abkommen von Paris für die Menschen bedeutet. Wird es umgesetzt, wird Deutschland schon in wenigen Jahren nicht mehr wiederzuerkennen sein. […]

Wenn alle Autos und alle Heizungen in Deutschland nur noch mit Ökostrom betrieben werden, sind natürlich viel mehr grüne Kilowattstunden nötig. Laut Studie der HTW könnte sich der deutsche Stromverbrauch in etwa verfünffachen, von heute rund 600 Terawattstunden auf 3120 Terawattstunden im Jahre 2040. Eine Zahl, die selbst von überzeugten Energiewende-Protagonisten ein gewisse Fähigkeit zum Umdenken erfordert.

Focus 14.06.2016 – Kommentar: Energiewende richtet größeren Schaden an als die Klimaveränderung

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Doch nichts ist uns zu teuer, wenn es um die Rettung unseres Planeten geht. Bis zum Jahr 2030 werden nach Erhebungen des Wirtschaftsrates insgesamt 400 Milliarden Euro für den guten Zweck der Energiewende lockergemacht. International betrachtet, ist diese Jahrtausendleistung völlig ohne Belang. Die so eingesparte Menge an CO2 entspricht nämlich der Ausstoßsteigerung in China innerhalb von drei Monaten.

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Aktuell ist es nicht die Klimaveränderung, sondern vielmehr der ungeplante Klimaschutz, der unser Artenspektrum bedroht. So schätzt die Deutsche Wildtier Stiftung, dass pro Jahr allein eine Viertelmillion streng geschätzter Fledermäuse durch Windenergieanlagen verloren geht. Der Rotmilan, eine nur in Deutschland vorkommende Art, hat einen Gesamtbestand von 13.000 Vögeln. Bei einem Jahresverlust von 1000 Individuen werden die Tage dieser Art bald gezählt sein.

shz 13.6.16: „Windwahn“, „Gegenwind“ : 200 Bürgerinitiativen formieren sich gegen Windkraft in SH

Naturschutz, Gesundheitssorgen, Angst um die Heimat: Die Argumente der Windenergie-Gegner werden vielfältiger.

Kiel | Um die 3000 Windkraftanlagen drehen sich zwischen Nord- und Ostsee, nirgends in Deutschland entstehen so viele neue Anlagen wie in Schleswig-Holstein – allein 2015 kamen 300 neue dazu. Doch die Akzeptanz sinkt. Überall im Land bilden sich Bürgerinitiativen gegen die Ausweisung von Windkraft-Eignungsflächen oder den Neu- und Ausbau von Anlagen.

„Es vergeht kein Tag ohne einen Anruf von Menschen, die gerne beraten werden möchten, wie sie sich wehren können oder die eine eigene Bürgerinitiative auf die Beine stellen wollen. Da ist viel Leben in der Szene“, sagt Jutta Reichardt von der Initiative Windwahn aus Neuendorf-Sachsenbande (Kreis Steinburg). Die gleiche Erfahrung macht Susanne Kirchhof aus Holtsee bei Eckernförde, Sprecherin des Bündnisses Gegenwind Schleswig-Holstein: „Es herrscht eine große Unruhe, besonders wegen der nach dem Urteil aus dem letzten Jahr neu festzulegenden Windeignungsflächen“, sagt sie. Seitdem fürchten viele Anrufer, künftig ebenfalls Windkraft-Anlagen vor die Nase gesetzt zu bekommen.

Wie viele Menschen sich bereits zusammengeschlossen haben, ist nicht erfasst. „Es sind sicher an die 200 Initiativen“, schätzt Jutta Reichardt. „Als wir 2008 angefangen und die Gegenwind-Bewegung mit auf den Weg gebracht haben, waren es nur 90.“

KN 13.6.16: Eckernförde Demo gegen Windkraft Gegner formieren sich

Gemeinsam gegen die Windkraft: Rund 250 Gegner dieser alternativen Energiegewinnung machten ihrem Ärger auf dem Rathausmarkt Eckernförde Luft. Zu der Veranstaltung aufgerufen hatte die Initiative Vernunftkraft.

Eckernförde. „Hören Sie auf, die Menschen zu betrügen und ihnen Märchen von Grünstrom und Nachhaltigkeit zu erzählen“, rief Detlef Ahlborn, zweiter Vorsitzender der Initiative Vernunftkraft, am Wochenende auf einer Demonstration in Eckernförde den Bundes- und Landespolitikern zu.

 Aufgerufen zu der Kundgebung auf dem Rathausmarkt hatte der Landesverband „Für Mensch und Natur – Gegenwind Schleswig-Holstein“. Dieser wollte damit – wie Landesvorsitzende Susanne Kirchhof betonte – auf die dramatischen Folgen hinweisen, die ein forcierter Zubau von Windkraftanlagen auf Mensch und Natur habe. Rund 250 Teilnehmer aus allen Teilen des Landes waren dem Aufruf gefolgt und machten ihrem Unmut gehörig Luft. Ihnen wurde zunächst der monotone Klang einer Windkraftanlage vom Band vorgespielt. „Wir wollen diese ,Musik’ nicht Tag und Nacht ertragen. Wir wollen nicht mehr tatenlos zusehen, wie Menschen krank gemacht, Tiere zerschreddert und Landschaften verschandelt werden“, gab sich Frank Dreves, der örtliche Organisator der Demonstration, kämpferisch.

Schleswiger Nachrichten 11.6.16: Anwohner aus Silberstedt und Treia klagen : „Die Rotoren machen uns krank“

Infraschall von Windkraftanlagen: Anwohner leiden seit Jahren an Übelkeit, Schwindel und Magen-Darm-Problemen.

Ingeborg Mustert legt sich ins Bett, schläft ein. Ein paar Stunden später wird sie wach, ihr ist übel. Sie kann nicht mehr einschlafen, steht auf und setzt sich im Wohnzimmer in einen Sessel, bis ihr Körper sich beruhigt hat. Auch tagsüber gehen Übelkeit und Schwindel nicht weg, die 70-Jährige geht deshalb nur aus dem Haus, „wenn ich kann“, wie sie selbst sagt. Woher diese Symptome kommen? Da ist sie sich sicher: durch den Infraschall der Windkraftanlagen, die sich in der Umgebung ihres Hauses befinden.

Vor vier Jahren kamen die ersten Symptome. Mustert ging zu einem HNO-Arzt, doch der habe nur gesagt: „Jeder Zweite hat Schwindel.“ Seit drei Jahren leidet sie an einer unterschwelligen Übelkeit und Lagerungsschwindel. Hinzu kommen Magen-Darm-Probleme und ein Druckgefühl im Kopf. In Silberstedt und den umliegenden Gemeinden sei sie nicht die einzige, die unter dem Infraschall der Windkraftanlagen leide. Auch Silke Thomsen (61) aus aus Treia und ihre Tochter Gesa (35), die in Silberstedt wohnt, sind nach eigener Aussage davon betroffen. „Erst standen hier drei Windräder, jetzt sind es 100“, stellt Gesa Thomsen die Dimension dar.

Dass sie davon krank würde, hätte sie nicht gedacht. Kein Tag sei beschwerdefrei. Manchmal könne sie noch nicht einmal arbeiten, weil sie sich krank fühlt. An anderen Tagen könne sie wegen Sehstörungen nicht mehr Auto fahren. „Ich habe keine Lebensqualität, man schafft es nicht mehr“, erzählt sie. Am meisten beunruhigt die drei Frauen aber ihre Körpertemperatur, die nach ihren Angaben nicht über 36,2 Grad ansteigt – bei Silke Thomsen lag der niedrigste Wert bei 34,7 Grad. Auch bei Kindern in Silberstedt sei diese Temperatur gemessen worden – sogar unmittelbar nachdem sie Sport getrieben hätten, erzählt Mustert.