shz 28.7.16: Fast nur Verlierer

Der anhaltende Hype um die Windenergie kennt eigentlich fast nur Verlierer. Setzen sich die Gegner durch, sind die Landeigentümer sauer. Unterliegen die Gegner, bekommen sie die Anlagen vor die Nase gesetzt. Grundstückseignern geht es kaum besser: Gewinnen sie, sind sie bei allen anderen im Dorf die Bösen. Verlieren sie, geht es um viel Geld. Verlierer sind ohnehin schon alle Stromkunden, die das Investitions-Spektakel bezahlen müssen.

Natürlich gibt es immer auch Gewinner. Im Zweifel sind das Baufirmen, Banken und Windradhersteller. Je nachdem natürlich auch auswärtige Investoren. Da gibt es eigentlich nur eine Lösung: Der Ausbau muss so maß- und rücksichtsvoll wie nur irgend möglich erfolgen. Gleichzeitig ist Transparenz oberstes Gebot. Und möglichst viele Menschen müssen von den Gewinnen profitieren.

Stromauskunft 27.7.15: TV-Tipp: „Der Kampf um die Windräder“

Die Windkraft ist momentan wohl eines der emotionalsten Streitthemen in Deutschland: politisch forciert und subventioniert, verbunden mit weitreichenden ökonomischen und ökologischen Erwartungen – und zugleich mit großen Ängsten besetzt. Für die einen bedeutet Windkraft saubere Energie, die Atomkraft und Kohle ersetzen und unser Klima retten soll, für die anderen ist sie vor allem die profitorientierte Zerstörung von Naturlandschaften. Die TV-Dokumentation „Der Kampf um die Windräder – Die Auswüchse der Boombranche“ beleuchtet das Thema am 1. August 2016 um 21:45 Uhr in der ARD.

WamS 26.7.16: Sturm auf die Windräder

Nach Jahren des Chaos versucht die Bundesregierung, der Energiewende einen Plan zu verpassen. Aber dort, wo der größte Rückhalt nötig wäre, wächst der heftigste Widerstand: Auf dem Land werden Kommunen entmündigt, die Bürgerbeteiligung erweist sich als Farce

Volker Tschischke ist gerade von einer längeren Dienstreise zurück, als die Revolution sein Wohnzimmer erreicht. Irgendetwas ist anders, hat er eben noch gedacht. Nun steht Tschischke am Fenster, sieht über den Dachgiebeln der Nachbarhäuser zwei riesige Windräder und ist einen Moment lang unsicher, ob die neu sind oder er sie bisher bloß nicht bemerkt hat.

Presseticker des Landtages 06.07.2016 – CDU: Regierungsfraktionen lehnen Dialog mit den Menschen über Mindestabstand von Windkraftanlagen ab

Daniel Günther: Regierungsfraktionen lehnen Dialog mit den Menschen über Mindestabstand von Windkraftanlagen ab

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Daniel Günther, hat die heutige (6. Juni 2016) Ablehnung einer parlamentarischen Anhörung zum Mindestabstand von Windkraftanlagen zu Wohngebieten durch SPD, Grüne und SSW scharf kritisiert:

,,Das ist ein katastrophales Signal an die Menschen im Land. Schon mit dem neuen Abstandserlass hat Ministerpräsident Albig sein Versprechen gebrochen, über die Mindestabstände zu sprechen. Nun lässt er durch SPD, Grüne und SSW eine parlamentarische Anhörung verhindern. Das wird die schwierigen Diskussionen vor Ort zusätzlich befeuern“, sagte Günther in Kiel.

Überall im Land nehme die Akzeptanz von Windkraftanlagen ab. Die von Minister Habeck in den Regionen abgehaltenen Informationsveranstaltungen seien spätestens nach der heutigen Ablehnung einer Anhörung als reine Alibiveranstaltungen entlarvt worden.

,,Die Menschen haben längst erkannt, dass dieser Pseudodialog sie nur so lange beruhigen soll, bis die Gesetze verabschiedet sind. SPD, Grüne und SSW ziehen ihren Kurs knallhart durch“, so Günther.

KN 12.07.16: Neue Studie Der Windpark als tödliche Falle

Weibliche Fledermäuse sind stärker durch Windkraftanlagen gefährdet als bisher bekannt – besonders im Frühsommer. Das belegt eine Pilotstudie des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin. Einige Resultate verblüfften selbst die Experten.

Berlin/Kiel. Auch in Schleswig-Holstein werden immer wieder Reste toter Fledermäuse rund um Windräder gefunden. Sie verenden bei der Kollision mit den Rotorblättern oder durch das Barotrauma: In der Nähe der Rotorblätter ändert sich der Luftdruck so stark, dass die inneren Organe der Tiere zerrissen werden. Experten schätzen, dass bundesweit pro Jahr mehr als 250000 der nachtaktiven Säugetiere an den vorhandenen Windkraftanlagen sterben, wenn man den Anlagen nicht spezielle Auflagen erteilt.

KN 27.6.2016: Seedorf Antennenanlage wird wohl verlegt

Die Bürgerproteste in der Gemeinde Seedorf gegen den Standort eines neuen Drehfunkfeuers für Flugzeugverkehr haben sich ausgezahlt. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) will die Navigationsanlage jetzt woanders platzieren.

Seedorf. Zwischen den Ortsteilen Fresenfelde und Hornsdorf, südlich der Straße Moorkathen, soll nun das mächtige Gittergeflecht errichtet werden, das benötigt wird, um Flugzeugführern Richtungsinformationen zu geben. Bislang war eine Fläche rund 300 Meter weiter nördlich vorgesehen.

 Während einer Einwohnerversammlung im April und zuvor in Briefen hatten Anwohner sich mit dem bisherigen Standort nicht anfreunden können. Sie fürchteten sich vor möglichen Folgen durch Strahlung. Außerdem passe eine Metallgitterkonstruktion mit 30 Meter Durchmesser, fünf Meter Höhe und 51 Sendeantennen nicht in die Landschaft. Vorgeschlagen wurde von Kritikern deshalb ein Gebiet, das in etwa jetzt auch die DFS übernommen hat. Es liegt etwas versteckter und weiter weg von Wohngebäuden, sagt Seedorfs Bürgermeister Gerd Lentföhr. Mit der DFS habe es schon einen Ortstermin gegeben.

Ob der neue Standort geeignet ist, prüft die DFS noch, sagt dessen Mitarbeiter Gregor Thamm. So muss geklärt werden, ob die Anlage dort technisch gut angebunden werden kann. Gebaut würde in diesem Jahr wohl nicht mehr. Sicher sei aber: Die neue Anlage müsse irgendwo in Seedorf stehen. Das sei flugtechnisch nicht anders möglich.ger

Pressemitteilung der PIRATEN 6.7.17: Windkraftausbau: Land arbeitet weiter gegen die Bevölkerung

SPD, Grüne und SSW haben heute den Gesetzentwurf der PIRATEN zum Schutz der Akzeptanz der Windenergienutzung abgelehnt, der ein Widerspruchsrecht der Gemeinden gegen Windkraftanlagen einführen sollte. Außerdem hat die Koalition eine Anhörung zu Abstands- und Windeignungsflächen, entgegen der Empfehlung des Innen- und Rechtsausschusses, abgelehnt.

KN 7.7.16: Kommentar: Christian Hiersemenzel zum Windkraftausbau: Was nützt es, einen Landstrich als charakteristisch einzustufen, wenn dort am Ende doch ein Windrad nach dem nächsten die Natur zum Öko-Industriegebiet macht?

Staatskanzlei und Umweltministerium können und wollen den Kreisen nicht garantieren, dass Schleswig-Holsteins schöne Marsch- und Geestlandschaften, seine Auen und Deiche, Knicks und Wälder von einer Verspargelung verschont bleiben. Abwägungskriterien sind keine Tabukriterien, sondern windelweich. Das erklärt, warum gleich drei Kreise noch schnell weite Gebiete unter Landschaftsschutz gestellt haben. Es war ihre letzte Chance.

Natürlich ist der Ausdruck „Notwehr“, den Dithmarschens Landrat Jörn Klimant verwendete, gnadenlos übertrieben. Zum einen will die Landesregierung die Kreise ausdrücklich zur Ausweisung besonders schützenswerter Gebiete ermuntert haben. Zum anderen ist nicht jeder Bürger ein Windkraftgegner, mancher verdient über Beteiligungsanlagen sogar eine Menge Geld.