Die Hoffnung auf Gewerbesteuern durch die Windkraftanlagen wird bitter enttäuscht

DIE WELT 27.5.2012: Mit der Atomkatastrophe in Japan vor gut einem Jahr ist eine neue Zeit angebrochen. Die Bundesregierung hat es seither eilig mit ihrer neuen Energiepolitik. Sie braucht dafür Windräder, Zigtausende, also braucht sie Gegenden wie die Uckermark, wo es viel Wind gibt und viel weites Land.

Die Gemeinde Uckerland, zu der Mandelkows Dorf gehört, braucht Geld. Erst kürzlich haben die Gemeindevertreter unter Schmerzen beschlossen, im Sommer abends die Straßenlaternen nicht mehr anzuschalten, weil der Ort sich die 7000 Euro nicht mehr leisten kann, die das jedes Jahr kostet.

Und Martin Mandelkow, Carsten Rabe und Jacob Wolters brauchen das Gefühl, nicht irgendwelchen Windheuschrecken ausgeliefert zu sein, die ihnen erst die Landschaft und den Horizont mit Dutzenden Windrädern verschandeln, damit prächtig verdienen und dann keine Steuern zahlen, jedenfalls nicht bei ihnen.

Also wollen sie selbst Windräder auf ihre Äcker stellen lassen, neun oder zehn, jedes 150 Meter hoch. Sie wollen eine Gesellschaft gründen, ein paar Windräder selbst betreiben und für die übrigen eine Windkraftfirma suchen, die bereit ist, ihre Bedingungen zu akzeptieren. Alles abgestimmt mit der Gemeinde. Die soll auch etwas davon haben, das ist ein wichtiger Teil des Heldenplans.

Lesen Sie mehr zum Gesicht des hässlichen Kapitalismus in dem verlinkten Artikel. Hier ein Auszug: Die Gemeinde, die so viel Strom für Deutschland herstellt, kann sich selbst keinen Strom leisten, weil Firmen wie die Müllers so wenig Gewerbesteuern zahlen. Das ist der Vorwurf.